Impfungen: Wie Sie Ihre Fellnase am besten vor gefährlichen Infektionskrankheiten schützen

Impfungen sind ein wesentlicher Bestandteil zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Vierbeiner optimal schützen.

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Warum sind Impfungen wichtig?

Impfungen sind ein wesentlicher Bestandteil zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Sie funktionieren auf Grundlage des Immunsystems, das durch die Impfung trainiert wird, um spezifische Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Dies schützt unsere Vierbeiner gegen potenziell tödliche Krankheiten, oder die Erkrankung verläuft dann meist zumindest weniger schwerwiegend. Doch nicht nur für Hunde, sondern auch für ihre BesitzerInnen spielen Impfungen eine wichtige Rolle. Denn einige Krankheiten, gegen die Hunde geimpft werden, sind sogenannte Zoonosen und können auch auf den Menschen übertragen werden. Indem Sie Ihren Hund impfen lassen, wird das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf Sie selbst und andere Menschen in Ihrer Umgebung verringert.

Die Geschichte der Impfung

Bereits 1500 v.Chr. versuchte man in Indien die Menschen vor der meist tödlichen Infektionskrankheit Pocken (Blattern) zu schützen, indem man Bläscheninhalt von leicht Erkrankten auf Gesunde übertrug. Diese ersten Versuche waren nicht ungefährlich, da man anders als beim Impfen die unveränderten, nicht abgeschwächten oder abgetöteten Erreger verwendete. Im Europa der frühen Neuzeit war bekannt, dass Menschen, die eine Infektion mit den harmlosen Kuhpocken durchlebt hatten, in der Folge nicht an den gefährlichen Blattern erkrankten.

Der englische Landarzt Edward Jenner veröffentlichte 1796 einen Bericht, nachdem er den Inhalt einer Kuhpockenblase einem Jungen in den Oberarm verabreichte und ihn so vor den Pocken schützen konnte. Weil er den Inhalt einer Kuhpockenblase verwendete, nannte Jenner das Verfahren Vakzination- von lateinisch „vacca“, die Kuh. Der große Erfolg der Vakzination führte dazu, das in Deutschland 1874 das Reichsgesetz zur Pockenimpfung verabschiedet wurde. Andere Länder folgten, und seit 1980 gelten die Pocken weltweit als ausgerottet. Durch die Entdeckung von Bakterien und Viren als Ursache von Infektionskrankheiten konnten im vergangenen Jahrhundert dann viele weitere Impfstoffe entwickelt werden.

Wie funktionieren Impfungen überhaupt?

Arten der Immunisierung

Es gibt zwei Hauptarten der Immunisierung: die aktive und die passive Immunisierung.

Aktive Immunisierung

Zeichnung von Antikörpern, die an eine Zelle andocken
Mit AI generiert

Funktionsweise: Bei der aktiven Immunisierung wird der Körper mit abgeschwächten oder inaktivierten Erregern oder deren Bestandteilen (Antigenen) konfrontiert. Dies kann durch Lebendimpfstoffe (z. B. gegen Masern) oder Totimpfstoffe (z. B. gegen Hepatitis B) geschehen.

Reaktion des Immunsystems: Der Körper reagiert, indem er Antikörper und Gedächtniszellen bildet, die eine langfristige Immunität gewährleisten. Diese Gedächtniszellen ermöglichen es dem Immunsystem, bei einer späteren Infektion schnell zu reagieren und die Krankheit abzuwehren. Aktive Immunisierungen ahmen damit nach, was eigentlich sowieso in jedem Lebewesen täglich stattfindet: Der Kontakt mit potentiellen Infektionserregern und die Bildung von Antikörpern.

Zeitspanne: Es dauert einige Tage bis Wochen, bis der vollständige Schutz nach einer Impfung aufgebaut ist.

Passive Immunisierung

Funktionsweise: Hierbei werden dem Körper bereits gebildete Antikörper (Immunglobuline) zugeführt, die sofort wirken. Dies geschieht häufig in Notfallsituationen, wie z. B. bei einer Tollwutexposition.

Reaktion des Immunsystems: Da keine eigenen Antikörper gebildet werden, bietet diese Methode nur einen kurzfristigen Schutz, der nach einigen Wochen oder Monaten nachlässt. Verwendet wird diese Art der Impfung zum Beispiel beim Menschen bei einem vermuteten Kontakt mit einem tollwutinfizierten Tier.

Impfstoffe

Es gibt verschiedene Typen von Impfstoffen:

Lebendimpfstoffe: Enthalten abgeschwächte Erreger, die sich vermehren können, jedoch keine Krankheit auslösen.

Totimpfstoffe: Enthalten abgetötete Erreger oder Teile davon.

mRNA-Impfstoffe: Diese Impfstoffe enthalten genetisches Material, das den Zellen Anweisungen gibt, um spezifische Proteine des Erregers zu produzieren und eine Immunantwort auszulösen. Der Impfling produziert quasi selbst das Antigen in seinen eigenen Zellen.

Wer das alles noch viel ausführlicher nachlesen möchte, sei hier auf den unheimlich ausführlichen Wikipedia-Artikel zum Thema Impfen verwiesen.

Zusammenfassung

Impfungen sind ein effektives Mittel zur Prävention von Krankheiten, indem sie das Immunsystem auf einen zukünftigen Kontakt mit echten Krankheitserregern vorbereiten. Die aktive Immunisierung baut eine langfristige Abwehr auf, während die passive Immunisierung schnellen Schutz bietet, jedoch nicht von Dauer ist.

Woher weiß ich, welche Impfungen sinnvoll sind?

Wie in der Humanmedizin auch gibt es in der Tiermedizin einen Expertenrat (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin StIKo Vet), der auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten Empfehlungen für die Impfungen von Haustieren in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Die Leitlinie zur Impfung von Kleintieren ist nicht rechtsverbindlich, stellt aber eine Entscheidungshilfe für den anwendenden Tierarzt dar. Folgende Grundsätze beachten wir hierbei:

  • Das einzelne Tier ist nur so häufig wie nötig zu impfen
  • Es sind so viele Tiere wie möglich zu impfen, um die Population insgesamt zu schützen und eine „Herdenimmunität“ aufzubauen
  • Eine vollständige Grundimmunisierung ist Voraussetzung für einen optimalen Schutz des Einzeltieres
Eine Spritze, die in ein Nadelkissen sticht
Foto von Iván Díaz auf Unsplash

Wie läuft eine Impfung beim Tierarzt ab?

Zunächst finden wir in einem Gespräch mit Ihnen heraus, welche Impfungen gegebenenfalls sinnvoll sind, ob es bei früheren Impfungen zu unerwünschten Nebenwirkungen gekommen ist, und ob Ihr Tier insgesamt gesund erscheint. Anschließend überzeugen wir uns davon mit einer klinischen Untersuchung. Diese Untersuchung, die im Idealfall jährlich durchgeführt werden sollte, ist übrigens auch bei Tieren sinnvoll, die nicht geimpft werden sollen.

Nach Auswahl des Impfstoffes injizieren wir diesen entweder unter die Haut oder verabreichen ihn, je nach Impfstoff, in die Nase. Die Impfung wird im deutschen Impfpass oder nach Ablesen der Chipnummer im EU-Heimtierausweis vermerkt. Wir besprechen anschließend mit Ihnen die empfohlenen Intervalle für Auffrischungsimpfungen. An diese erinnern wir Sie mit Ihrer Erlaubnis nach den gesetzlichen Regelungen des Datenschutzes gerne als Serviceleistung mit einer Postkarte, wenn die nächste Impfung ansteht. Wie bei uns Menschen auch sollten ein bis zwei Tage nach der Impfung übermäßige Anstrengung vermieden werden.

Gibt es bei Impfungen Risiken?

Alle Impfstoffe bedürfen einer Zulassung durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder eines vergleichbaren europäischen Rechtsaktes. Im Rahmen dieser Zulassung werden Qualität, Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit der Impfstoffe geprüft. Dennoch lassen sich unerwünschte Wirkungen nie ganz ausschließen. Jede medizinische Maßnahme birgt daher das Risiko von unerwünschten Folgeerscheinungen. In der Regel verlaufen diese Nebenwirkungen bei Impfungen sehr mild und können zum Beispiel Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit und leichtes Fieber umfassen. Schwerwiegende Nebenwirkungen bis hin zum anaphylaktischen Schock und sogar Todesfälle sind prinzipiell möglich, aber extrem selten. Das macht diese schwerwiegenden Nebenwirkungen im Einzelfall nicht weniger tragisch- immerhin impfen wir ja in der Regel völlig gesunde Tiere. Nichts desto trotz überwiegt jedoch in der Regel das Risiko einer Feldinfektion bei weitem dasjenige einer schwerwiegenden Impfkomplikation. Damit gibt es ein klares „Ja!“ hinsichtlich des Nutzens von Impfungen sowohl für das einzelne Individuum als auch für die Population in ihrer Gesamtheit.

Feline impfassoziierte Sarkome (FISS)

Die Rolle der Adjuvantien

Impfassoziierte Sarkome, auch als vakzine-assoziierte Fibrosarkome bekannt, sind bösartige Tumoren, die bei Katzen in Verbindung mit Impfungen auftreten können. Es gibt Hinweise darauf, dass die Verwendung von inaktivierten Impfstoffen, insbesondere gegen Tollwut und das feline Leukosevirus (FeLV), das Risiko für die Entstehung solcher Tumoren erhöht. Dies wird oft mit den in den Impfstoffen enthaltenen Adjuvantien in Verbindung gebracht. Adjuvantien sind Hilfsstoffe, die eine leichte Entzündungsreaktion an der Impfstelle hervorrufen sollen. Wir haben nämlich das Problem, dass wir einerseits unserem Impfling nicht schaden wollen und daher den Erreger im Impfserum abschwächen. Andererseits möchten wir auch eine effektive Antikörperbildung auf die Impfung, um überhaupt einen Impfschutz aufzubauen. Und wenn der Impferreger zu stark abgeschwächt ist, bildet der Körper unter Umständen nicht genügend Antikörper als Reaktion auf die Impfung. Hier kommen dann die Adjuvantien ins Spiel, die das Immunsystem durch ihre Entzündungsreaktion zusätzlich anregen.

Vorkommen

Vakzine-assoziierte Fibrosarkome treten in der Regel an Stellen auf, an denen wir gerne Impfungen verabreichen, insbesondere im Nackenbereich und an der seitlichen Brustwand. Diese Tumoren machen etwa 40 % aller Haut- bzw. Unterhauttumoren bei Katzen aus. Die Inzidenz dieser Sarkome wird je nach Studie auf 1 bis 10 Fälle pro 10.000 Katzen geschätzt, wobei ältere Katzen (durchschnittlich 8 Jahre) häufiger betroffen sind.

Es gibt Empfehlungen, um das Risiko von impfassoziierten Sarkomen zu minimieren. So sollten Impfungen möglichst subkutan (unter die Haut) und nicht intramuskulär verabreicht werden. Zudem sollten Injektionen bevorzugt im seitlichen Bauchbereich oder den distalen Gliedmaßen erfolgen. Adjuvansfreie Impfstoffen sind zu bevorzugen (Graf R, Guscetti F, Welle M, Meier D, Pospischil A. Feline Injection Site Sarcomas: Data from Switzerland 2009-2014. J Comp Pathol. 2018 Aug;163:1-5. doi: 10.1016/j.jcpa.2018.06.008. Epub 2018 Jul 18. PMID: 30213367. Haist, Verena, et al. „Comparison of the local safety of two multi-component feline vaccines, adjuvanted (1 mL) versus non-adjuvanted at reduced volume (0.5 mL), using computed tomography imaging.“ Vaccine (2023).

Adjuvansfreie Impfstoffe

Diese adjuvansfreien Impfstoffe machen sich einen eleganten Trick zunutze: Sie „verpacken“ quasi als eine Art Trojanisches Pferd den abgetöteten Impferreger in ein für die Katze völlig ungefährliches anderes Virus, z.B. ein Kanarienvogelpockenvirus. Dieses lebende, aber ungefährliche Virus dient als Träger des Impfvirus und Stimulans der Immunabwehr bei dem Impfling.  Seit Einführung dieser Impfstoffe scheint die Häufigkeit des Auftretens von Fibrosarkomen bei der Katze rückläufig. Aufgrund dieser Daten verwenden wir wenn möglich adjuvansfreie Impfstoffe in unserer Praxis.

Wann sollte ich auf Impfungen für mein Tier lieber verzichten?

Impfungen beruhen auf einer Immunantwort des Körpers. Bei allen Vorerkrankungen, die das Immunsystem betreffen oder beeinträchtigen, ist daher im Einzelfall abzuwägen, ob das Risiko einer Impfung den potentiellen Schutz vor einer Infektionskrankheit überwiegt. Leidet der Hund oder die Katze zum Beispiel an einer Autoimmunerkrankung oder muss aufgrund einer anderen Grunderkrankung immununterdrückende Medikamente wie Kortison nehmen, werden wir individuell entscheiden, ob eine Impfung überhaupt sinnvoll ist und wenn ja, gegen was und wann. Ebenso verhält es sich bei chronischen Infektionskrankheiten, die mit einen starken Beteiligung des Immunsystems einhergehen, wie zum Beispiel bei Leishmaniose-infizierten Hunden oder FeLV-/FIV-positiven Katzen. Solche Tiere können ein erhöhtes Risiko bei einer Feldinfektion haben und sollten deshalb besonders gut geschützt sein, zeigen andererseits aber auch häufiger unerwünschter Impfreaktionen, weshalb hier sorgfältig Risiko und Nutzen gegeneinander abgewogen werden müssen.

Alte Tiere ohne besondere Vorerkrankungen haben kein besonderes Risiko hinsichtlich Impfnebenwirkungen nur aufgrund ihres Alters. Im Gegenteil sind diese Patienten bei vielen Infektionen eine besondere Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe, so dass sie erst Recht einen guten Impfschutz benötigen. Zu guter Letzt muss bei Verwendung von Lebendimpfstoffen bei Hund und Katze beachtet werden, dass die Impflinge nach der Impfung abgeschwächte Erreger ausscheiden können. Dies kann bei Menschen und anderen Haustieren, die immunsupprimiert sind und engen Kontakt zu diesen Tieren haben, problematisch sein. Falls Sie zu einer solchen Patientengruppe gehören, lassen Sie uns dies bitte wissen, damit wir dies bei der Auswahl der Impfungen berücksichtigen können.

Welche Impfungen braucht mein Hund?

Briard brauner Hundekopf
Foto von Ava Tyler auf Unsplash

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Impfpflicht für Hunde, das heißt, niemand muss seinen Hund impfen lassen (von Reisebestimmungen fürs Ausland abgesehen). Jedoch empfehlen Tierärzte und die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) bestimmte Impfungen, um die Gesundheit der Tiere zu schützen. Die wichtigsten Impfungen lassen sich in Core-Vakzinen und Non-Core-Vakzinen unterteilen:

Core-Vakzinen

Jedes Tier sollte zu jeder Zeit gegen diese Erkrankungen geschützt sein. Diese Impfungen sind für alle Hunde dringend empfohlen, da sie vor schweren und potenziell tödlichen Krankheiten schützen:

  • Staupe: Das Staupevirus ist hochansteckend und kann schwere Erkrankungen des  Atemwegs-, Verdauungs- und Nervensystems verursachen.
  • Parvovirose: Eine sehr ansteckende Krankheit, die zu schweren Magen-Darm-Symptomen führen kann. Besonders für Welpen kann eine Infektion tödlich enden.
  • Leptospirose: Diese bakterielle Infektion kann sowohl Hunde als auch Menschen betreffen und zu Leber- und Nierenversagen führen. Eine häufige Ansteckungsquelle ist mit Nagerurin kontaminiertes Wasser.

Non-Core-Vakzinen

Diese Impfungen werden unter bestimmten Bedingungen empfohlen, abhängig von den individuellen Lebensumständen eines Hundes, wenn ein erhöhtes Risiko besteht:

  • Tollwut: Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei gilt, weshalb die Tollwutimpfung mittlerweile auch nicht mehr zu den Core-Vakzinen gehört. Dennoch empfiehlt die StIKo Vet eine Impfung von Hunden gegen Tollwut. Denn nach wie vor können die Hunde Tollwut bekommen – insbesondere, wenn der Vierbeiner auf Reisen außerhalb der Europäischen Union mitgenommen wird. Dessen ungeachtet bestehen gesetzliche Regelungen bei grenzüberschreitenden Reisen (Link).
  • Hepatitis contagiosa canis (HCC): Das HCC-Virus verursacht eine ansteckende Leberentzündung. Die konsequente Impfung gegen HCC hat dazu geführt, dass diese Erkrankung in Westeuropa sehr selten geworden ist. Die Impfung gegen HCC wird daher nicht mehr als unbedingte Core-Vakzine angesehen. Da allerdings mit einer Ausnahme alle derzeit zugelassen Staupe- und Parvovirose-Impfstoffe auch eine HCC-Komponente enthalten, lässt sich eine Impfung gegen HCC kaum vermeiden.
  • Parainfluenza, Bordetella bronchiseptica (Zwingerhusten): Zwingerhusten ist ein Überbegriff über eine Vielzahl von Atemwegsinfektionen, die sowohl von Viren als auch von Bakterien hervorgerufen werden können. Geimpft werden sollten Hunde, die viel Kontakt zu Artgenossen haben (Tierheime, Zwinger, Ausstellungen, Tierpensionen, Hundeplatz).
  • Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die zu Gelenkproblemen und diffusen gesundheitlichen Problemen führen kann. Empfohlen wird sie für Hunde, die sich häufig in Wald- und Buschgebieten aufhalten. Da es eine Vielzahl von verschiedenen Borrelienspezies gibt und außer der Borreliose auch noch andere Krankheiten durch Zecken übertragen werden können, ist eine gute Zeckenprophylaxe auch für geimpfte Tiere essentiell wichtig.
  • Leishmaniose (übertragen durch Sandmücken): Diese Impfung ist nur indiziert bei Hunden, die sich in endemischen Gebieten aufhalten. Die Entscheidung sollte individuell getroffen werden, basierend auf dem Lebensstil des Hundes und möglichen Reiseplänen. Die Impfung reduziert das Risiko, nach Exposition klinische Veränderungen zu entwickeln. Eine gute Sandmückenprophylaxe ist aber auch bei geimpften Tieren unverzichtbar.

Welche Impfungen brauchen Katzen?

Core-Impfungen

Diese Impfungen sind für alle Katzen unerlässlich:

  • Katzenschnupfen (Feline Herpesvirus und Feline Calicivirus): Diese Viren verursachen Atemwegserkrankungen und können zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung führen. Die Impfung erfolgt in der Regel bei der Grundimmunisierung und sollte jährlich aufgefrischt werden.
  • Katzenseuche (Panleukopenie): Diese hochansteckende Krankheit kann tödlich verlaufen.
Lächelnde rote Katze
Foto von Alex Preusser auf Unsplash

Non-Core-Impfungen

Diese Impfungen sind situationsabhängig und können je nach Lebensumständen der Katze sinnvoll sein:

  • Tollwut: Da die terrestrische Tollwut in Deutschland nicht mehr vorkommt, können wir daher bei Katzen, die nicht grenzüberschreitend reisen, auf eine Tollwutimpfung verzichten. Zu beachten ist allerdings, dass nach der nationalen Tollwutverordnung geimpfte Tiere bei einem Kontakt mit einem seuchenkranken oder seuchenverdächtigen Tier bessergestellt sind.
  • Feline Leukämie (FeLV): Diese Impfung wird besonders für Freigänger- Katzen empfohlen, die viel Kontakt zu anderen Katzen haben. Sie schützt vor einer schweren Virusinfektion, die das Immunsystem angreift. Bei alten Katzen ist das Risiko einer progressiven Infektion sehr gering, so dass wir bei unseren Katzensenioren individuell über die Notwendigkeit einer Impfung entscheiden müssen
  • Bordetella bronchiseptica und Chlamydien: Diese Impfungen sind für Katzen mit erhöhtem Risiko oder bei Ausbrüchen in bestimmten Gemeinschaftseinrichtungen empfehlenswert

Impfungen für Kaninchen

Core-Vakzinen:

  • RHD (Rabbit haemorrhagic disease) und Myxomatose: Es handelt sich hierbei um Virusinfektionen, die zu plötzlichen Todesfällen führen können. Als Überträger dienen stechende Insekten, direkter Kontakt zu infizierten Tieren oder Vektoren wie Einstreu oder Futter.

None-Core-Vakzinen:

  • Bordetella-/Pasteurella (Kaninchenschnupfen): nur bei hartnäckigen Bestandsproblemen in Mast- und intensiven Zuchtbeständen sinnvoll
  • Clostridien: nur bei hartnäckigen, nachgewiesenermaßen clostridienbedingten Bestandsproblemen empfohlen
Zwei Kaninchen, die eine Möhre fressen
Bild von Thomas G. auf Pixabay

Welche Impfungen brauchen Welpen?

Mütterliche Antikörper können die verabreichten Impfstoffe unwirksam machen und eine erfolgreiche Impfung verhindern. Da die Höhe und damit die Dauer der Antikörperspiegel in der Regel unbekannt sind, versucht man durch mehrere Impfungen während der kritischen Periode, den optimalen Zeitpunkt zu treffen und den Impfling zu schützen. In der Regel impfen wir Hunde- und Katzenwelpen mit 8 und mit 12 Lebenswochen sowie nach einem Jahr. Vernachlässigen Sie bitte nicht die richtig durchgeführte Grundimmunisierung: Sie ist das Fundament, um eine gute Immunität aufzubauen.

Wie oft soll ich mein Tier impfen lassen?

Der Impfschutz kann im Laufe der Zeit nachlassen. Um die Immunität aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass erwachsene Tiere regelmäßig eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die genauen Intervalle für die Auffrischungsimpfungen können je nach Impfstoff und den spezifischen Krankheitserregern zwischen ein und drei Jahren variieren. Wir informieren Sie bei unserer Impfberatung über den empfohlenen Zeitplan, um sicherzustellen, dass Ihr Tier einen kontinuierlichen Schutz vor den entsprechenden Krankheiten hat. Die regelmäßige Auffrischung der Impfungen schützt unsere Patienten optimal vor den Erregern und minimiert das Risiko von Infektionen und Krankheiten.

Spielzeugmännchen, die neben einer Phiole auf einer Spritze sitzen
Foto von Etactics Inc auf Unsplash

Wie hoch sind die Kosten für eine Impfung beim Tierarzt?

Wie alle anderen Tierarztkosten berechnen sich die Gebühren nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Bei einer Impfung werden regelmäßig Gebühren für eine klinische Untersuchung, die Verabreichung einer oder mehrere Injektionen und das Ausstellen der Impfbescheinigung fällig. Zusätzlich zu den tierärztlichen Leistungen kommen noch die Kosten für den gegebene Impfstoff hinzu, die abhängig von der jeweiligen Impfung variieren. Je nach erforderlicher Impfung kommen daher bei Hunden und Katzen Kosten zwischen ca. 69 – 98 € auf Sie zu, eine Kaninchenimpfung kostet etwa 68 Euro (Stand Juli 2026).

Bleiben Sie uns treu, bis zum nächsten Mal!

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Hallo, ich bin Dr. Katrin Richter: Fachtierärztin für Klein- und Heimtiere, Wissenschafts­begeisterte, und Neuling im Bereich des Bloggens.

 

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